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Bericht zur Herbsttagung 2006 im Tierpark Berlin- Friedrichsfelde Traditionsgemäß
trafen sich im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde Mitglieder und Gäste der AG
Schlangen, des Serum- Depot Berlin e. V. sowie Förderer des Tierparks am
27. Oktober 2006 zur alljährlichen Herbsttagung. Zuvor fand eine
Mitgliederversammlung des SDB statt, auf der zunächst der Geschäftsführer,
Herr Dr. Markus Monzel, Schöndorf,
einen Rechenschaftsbericht des Vorstandes gab. Dem Serum-Depot Berlin e. V. gehören
zurzeit 80 Mitglieder aus weiten Teilen Deutschlands und des benachbarten
Auslandes an. Der Geschäftsführer informiert auch darüber, dass der bisherige
Vorsitzende des Vereins, Herr Jens Jungnickel, Dresden, zurückgetreten sei und seitens des
Vorstandes als neuer Vorsitzender Herr Olaf Kühn,
Rielasingen- Worblingen, bereits kooptiert worden war. Personalfragen wie auch
die Verteilung der Antiserenbestände auf die einzelnen Depotstandorte lösten
eine heftige Debatte aus. Wie
immer bot Herr Karl Ziegan, Schönfließ,
ein vielfältiges Sortiment seines Antiquariats speziell an Literatur über
Schlangen an. Zudem fand der erstmalig von der AG Schlangen herausgegebene
Wandkalender für das kommende Jahr guten Absatz. Zu
der um 19 Uhr beginnenden Vortragsveranstaltung fanden sich rund 70 Teilnehmer
ein, darunter auch Vertreter des Giftnotrufes Berlin. Die Tagungsleitung übernahm
dankenswerterweise als Vertreter der Leitung des Tierparks und Gastgeber Herr
Dr. Falk Dathe, Berlin. Zunächst
referierte Herr Jan Schneider,
Tierarzt aus Berlin, über häufige Erkrankungen bei Schlangen. Bei der breiten
Palette möglicher Gesundheitsprobleme – von Paramyxovirus- Infektionen über
den unklaren Status der IBD und Problemen mit Salmonellen bis hin zum Befall mit
den lästigen Schlangenmilben wird sich mancher Terrarianer gefragt haben, wieso
seine Pfleglingen eigentlich immer noch leben. Höhepunkt
des Abends war ein brillanter Vortrag zum Thema „Über Kraits (Elapidae: Bungarus)
– Mythen, Moleküle und die Medizin“. von Herrn Ulrich Kuch,
Johann-Wolfgang- von- Goethe- Universität Frankfurt / Main. Herr Kuch
spannte dabei den Bogen von Rudyard Kipling („Rikitikitavi“), Sir Arthur
Conan Doyle („Das gefleckte Band“) und Roald Dahl („Gift“) über die
Erfahrungen im Tierpark bei der Fütterung von Kraits (Petzold
1958), anatomische Besonderheiten dieser Giftnattern (Stichwort: Neuralstachel),
die molekulare Phylogenie der Gattung mit ihren taxonomischen Konsequenzen bis
zu beeindruckenden Fallbeispielen über Bisse von Kraits beim Menschen und den
bedauernswerten Tod des US-amerikanischen Herpetologen Joseph B. Slovinski
im Jahre 2001. Damit verstand es der Referent, das Thema „Krait“ vielseitig
Terrarianern, Wissenschaftlern wie auch „unbedarften Laien“ unter den
Tagungsteilnehmern interessant zu vermitteln. Dieter
Schmidt |